Nanotechnogolie - Der neue Trend
Nanoprodukte der neuesten Generation
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Yes, we can - so heißt die zeitgenössische Antwort auf den Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman, der vor 50 Jahren prophezeite, "dass wir zuguterletzt sogar die Atome so anordnen können, wie wir es wollen". Das Mannheimer Technoseum macht in einer faszinierenden Sonderausstellung Einblicke in die Welt der Nanotechnologie möglich.
Soßenflecke auf der Krawatte? Dank Nanotechnologie kein Problem mehr, der Schmutz perlt einfach vom Gewebe ab. Kratzer im Autolack? Schnee von gestern. Diabetes? Mit nanotechnischen Medikamenten in sehr naher Zukunft kontrollierbar. Krebs? Womöglich in wenigen Jahrzehnten schon heilbar, wenn die Entwicklung der Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts weiter so rapide voranschreitet. Und glaubt man Dr. Reiner Bappert, dann ist "Nano" bereits in ein paar Jahren so wenig ein Diskussionsthema wie heute beispielsweise die Computerelektronik. Denn: "Die Natur kennt Nanoeffekte bereits seit Milliarden von Jahren". Bappert muss es wissen, er hat als Projektleiter im Mannheimer Technoseum die Sonderausstellung "Nano! Nutzen und Visionen einer neuen Technologie" vorbereitet. Morgen öffnet die Schau im neuen Sonderausstellungsbereich des frisch sanierten Hauses an der Mannheimer Museumsstraße. "Wir haben noch nie etwas ausgestellt, das man nicht sehen kann", bringt Bappert das Hauptproblem der Aussstellungsmacher auf den Punkt. Nanotechnologie, das ist wörtlich aus dem Altgriechischen übersetzt, die "Lehre vom Handwerk der unsichtbaren Zwerge". Und genau darum geht es in der Nanotechnologie: um Produkte, die so winzig sind, dass ihre Dimensionen in der Größenordnung von einigen wenigen bis maximal hundert Atomen liegen. Das Technoseum bringt seine Besucher per Aufzug hinunter auf die 10-9-Ebene, vorbei an höllenmonstergroßen Stubenfliegen in der Sphäre der hundertfachen Vergrößerung, an Blutkörperchen im Format von Autorädern (zehntausendfache Vergrößerung) bis zur einmilliardenfachen Vergrößerung, wo die Atome wie Medizinbälle erscheinen und der Ausstellungsraum von Molekülstrukturen gegliedert wird. Diese Gestaltung hat die Ausstellungsagentur "id3d-berlin" übernommen, die didaktisch und dramaturgisch den Spannungsbogen schlägt von faszinierenden natürlichen Nanoeffekten bis hin zum interaktiven Diskussionsraum am Ende der Reise. Populäre Nanoeffekte wie zum Beispiel die wasserabweisenden Pflanzenblätter, die bunten Schmetterlinge oder der scheinbar an der Decke klebende Gecko bilden den Ausgangspunkt der Reise. Technische Leihgaben wie optische und elektronische Hochleistungsmikroskope zeigen den aktuellen Stand der Forschung auf, hier sind modellhaft die Grundlagen der Nanophysik dargestellt. Anwendungen in Mechanik, Elektronik, Chemie, Medizin oder Biologie verdeutlichen die mannigfaltigen Möglichkeiten, aber auch die Risiken, die möglicherweise im Umgang mit den unsichtbaren Zwergen stecken. Autoreifen mit besonderen Fahreigenschaften, organische, bewegliche Leuchtdioden, extrem stabile Kohlenstofffasern, aus denen beispielsweise Hochleistungs-Tennisschläger hergestellt werden können, stehen für all das, was heute schon mit Nano machbar ist. Doch was ist mit den Risiken? Sind nanotechnisch optimierte Verpackungen etwa im Lebensmittelhandel gefährlich? All die Nanopigmente, die als Zusatzstoffe in Farben und Oberflächenveredelungen eingebracht werden - was passiert, wenn der Mensch mit diesen Substanzen in Berührung kommt? Vieles ist noch unerforscht, Risikozonen bleiben - auch in der Ausstellung - vorerst unausgeleuchtet. Wo der Verbraucher im Alltag heute schon auf nano-optimierte Waren stößt, zeigt am Ende des Rundgangs eine ganz normale Supermarkt Kasse. Mit dem Scanner kann jeder selbst die Waren einchecken, auf deren Nano-Eigenschaften er neugierig ist. Im Display erscheinen dann alle wichtigen Informationen. Bevor die Tour durch die Milliardstel-Meter-Welt aber endgültig zu Ende geht, gibt es die Möglichkeit zur Diskussion - und zwar an einer Interaktiv-Station in Form von Interviews mit verschiedenen Wissenschaftlern zu verschiedenen Aspekten des Handwerks der unsichtbaren Zwerge. Dass deren Welt in der Ausstellung trotz des neuen 900-Quadratmeter-Sonderausstellungs-Bereichs recht eng erscheint, liegt an der Fülle der Exponate und hat - wie jedes Modell - mit der Wirklichkeit nur bedingt etwas gemeinsam. Denn ganz da unten, auf der 10-9-Ebene, zwischen den Atomen, so der eingangs zitierte Nobelpreisträger Richard Feynman, ist jede Menge Platz für neue, atemberaubende Entwicklungen. Quelle Atuelles | Bonuspunkte | Prämien | FAQ | Nano-Shop |