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Der Nano- Truck informiert Schüler und Studenten über die Nanotechnologie

Nanotechnogolie - Der neue Trend

Nanoprodukte der neuesten Generation


Das Auto kommt nicht ohne sie aus, der Computer schon gleich gar nicht. Aber auch Gecko, Motte und Lotosblüte profitieren von ihr – und das schon seit vielen Jahrmillionen. Die Rede ist von der Nanotechnologie. Das NanoShuttle machte Station in Schrobenhausen. Nebenbei, so erklärt Michael Völker offen, sollen Caroline Kistner und er Berufsberatung und ein wenig Werbung für entsprechende Berufe machen. "Den Nanotechnologen gibt es nicht", stellt er erst einmal klar. Vielmehr dürften sich Ingenieure, Chemiker, Biologen und viele mehr jeweils von ihrem Fachgebiet ausgehend, auf dem Gebiet der Nanotechnologie "so richtig austoben". So machen sich Biologen auf die Suche nach besonderen Effekten, die sich anhand der Strukturen erklären lassen, um sie vielleicht eines Tages nachzuahmen und für den Menschen nutzbar zu machen. Während sich Ingenieure gegenseitig dabei zu übertreffen suchen, immer kleinere und feinere Strukturen herzustellen, gehen Chemiker den umgekehrten Weg. Sie bauen aus Atomen, die etwa ein Zehntel Nanometer groß sind, größere Strukturen auf, um so in den Bereich der Nanotechnologie zu gelangen.

Winzig klein

Kaum vorstellbar sind die Größenordnungen, die Völker anhand des Größenvergleichs Atom, Apfel, Erde zu verdeutlichen suchte. Dabei verhält sich das Atom zum Apfel genauso wie der Apfel zur Erde. Der Apfel, als einziger in dem Trio greifbar, sei rund 60 Millionen Nanometer groß. "Ich kann es mir auch nicht wirklich vorstellen", gestand der Physiker den Schülern der zehnten Klassen aus dem naturwissenschaftlich-technologischen Zweig und des Physik-LK aus der K 12. "Teilt doch mal einen Millimeter durch 1000", schlug er daher vor. So recht vorstellbar schien auch das nicht. Aber Elektronenmikroskope machen es möglich, derart winzige Strukturen darzustellen. So lässt sich erklären, wie es der Gecko schafft, scheinbar glatte Glaswände mühelos hinaufzulaufen. Er hat nämlich Milliarden allerfeinster, etwa 200 Nanometer dicker Härchen an seinen Füßen, die es ihm ermöglichen, sogar kopfüber an glatten Oberflächen zu haften. Die Lotusblume bedient sich ebenfalls Strukturen im Nanobereich, allerdings mit gegenteiligem Effekt: Von ihrem Blättern perlt Wasser ab, es haftet nicht, weil die Oberfläche nicht glatt, sondern so unregelmäßig ist, dass Wassertropfen sich nicht drauflegen, sondern in Form bleiben und abperlen.

 

Längst hat Nanotechnologie in die Welt von heute Einzug gehalten. Als der theoretische Physiker Richard Feynman anno 1959 prophezeite, dass das Wissen der 24-bändigen Encyclopädia Britannica eines Tages auf Stecknadelkopfgröße untergebracht werden könne, wurde er noch verlacht. Das reiße heute niemanden mehr vom Hocker, meinte Völker. Ob kratzfeste Lacke, Wärme reflektierende Glasscheiben, Antireflexbeschichtung (abgeschaut beim Mottenauge), Geruchstoffe bindende Textilerfrischer oder Krebsbekämpfung mittels 20 Nanometer großer Eisenoxidpartikel, die im Tumor Wärme erzeugen und so Krebszellen abtöten oder zumindest empfindlicher gegenüber Strahlung oder Chemotherapie machen – Völker hatte zahlreiche Beispiele parat.

 

Etwas Unnatürliches seien die Nanopartikel keineswegs – jeder Vulkanausbruch schleudere unzählige in die Atmosphäre und sorge rund um den Globus dank lichtbrechender Partikel für besonders romantische Sonnenuntergänge. Dennoch verhehlte Völker nicht, dass die Nanotechnologie Risiken bergen könne. Die gelte es zu erforschen, um entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können. Allerdings warnte er auch davor, das Kind mit dem Bade auszuschütten, denn jedes Jahr nähmen die Menschen an Silvester billigend in Kauf, mehr schädliche Partikel an einem Tag zu erzeugen, als die Industrie in einem Jahr.

 

Einfaches Experiment
Im Anschluss an den Vortrag durften die Schüler in sechs einfachen Experimenten eigene Erfahrungen mit Nanotechnologie sammeln, so mit Nanoversiegelung für Glas, Stoffproben mit Geckohafteffekt, unbeschreibbaren, weil beschichteten Linsen oder Wasser abweisenden Stoffen. "Das macht Spaß", war da nicht nur einmal zu hören.

Quelle: Donaukurier
Weitere Informationen und Produkte zur Nanotechnologie:
www.nanotrends.eu